Maibowle-Regatta 12. und 13. Mai 2012 beim
Kanu- und Segelclub Frankenthal auf dem Silbersee

 
Die Titelverteidigung der Rheinlandpfalzmeisterschaft ist buchstÀblich ins Wasser gefallen. Aber lassen Sie mich die Regattatage von Anfang an Revue passieren.

Daß eine Ranglistenregatta zustande kommen wird war eigentlich schon 2-3 Wochen vorher klar. Durch die großen BemĂŒhungen die Wilfried Haas und Bernd Kußman unternahmen stand einer regen Teilnahme nichts im Wege. Leider musste dann doch noch 1 Crew absagen, aber dennoch waren pĂŒnktlich am Samstag um 14.00 Uhr 10 Boote der 517er-Klasse und zusĂ€tzlich 10 Ausgleicher-Boote am Start.
 
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Maibowle-Regatta 2012 in Frankenthal auf dem Silbersee
 
 
Wind, Sonne und Wolken, was will der Segler mehr!
Rasmus meinte es dieses Mal besonders gut und bescherte den Teilnehmern eine schöne Brise aus Nord mit durchgĂ€ngigen 3 Beaufort, in Böen, welche fĂŒr den Silbersee ja bekannt sind, frischte der Wind auf gute 4 Bft auf. Ja, Böen "kurz und knackig" mit ein paar Drehungen, dafĂŒr ist der Silbersee bekannt. Die BahnlĂ€nge wurde auf ca. 3,20 sm festgelegt.

Erste Wettfahrt:
Zweimal Dreieck, Schleife, Ziel und Sieg, wie fast immer, Peter Mehs und Heide Harig. Joachim Kirsch mit Vorschoter Andreas Fuchs, welche auch als geheime Favoriten gehandelt werden, konnten die Wettfahrt leider wegen eines Ruderschadens nicht zu Ende fahren.

Zweite Wettfahrt:
Zweimal Dreieck, Schleife, Ziel und Sieg ,wie fast immer, Peter Mehs und Heide Harig. Der geheime Favorit belegte Platz zwei.
Da die starken Windböen allen Seglern doch viel abverlangten, hatte der Wettfahrtleiter Frank Knoch ein einsehen und hielt die dritte Wettfahrt etwas kĂŒrzer.

Dritte Wettfahrt:
Einmal Dreieck, Schleife, Ziel und Sieg, wie fast immer, Peter Mehs und Heide Harig. Der geheime Favorit belegte wieder Platz zwei. Da die Crew Andreas Berger und Reinhard Harig in der ersten Wettfahrt ebenfalls Platz zwei belegte, war fĂŒr den zweiten Tag Hochspannung angesagt, wobei der erste Platz der Crew Mehs / Harig nicht mehr zu nehmen war.

FĂŒr den amtierenden RLP-Meister, der sich mit dem zweitplazierten der RLP-Meisterschaft aus 2011 ein stĂ€ndiges Boot an Boot Rennen lieferte, ging der Tag mit etwas Hoffnung zu Ende, konnte er doch in der dritten Wettfahrt sein können unter Beweis stellen und seinen direkten Kontrahenten hinter sich lassen.

Das sollte fĂŒr den ersten Wettfahrttag genĂŒgen. Nun wurde auch der Wind etwas schwĂ€cher und so ging ein toller Segeltag fĂŒr fast alle gemĂŒtlich zu Ende, wenn da nicht noch ein kleines unvorhersehbares Malör passiert wĂ€re.
Der RLP-Meister machte an seiner Anlegeboje fest, takelte ab und da passiert es. Durch eine kleine Unachtsamkeit und mit Hilfe einer Windböe kenterte das Boot und die Besatzung lag im Bach. Ruckzuck war der 517er voll gelaufen und kenterte durch. Mast unten, Besatzung auf dem Boot „Unterseite versteht sich“, wartete der RLP-Meister mit seiner sehr engagierten Vorschoterin auf Rettung.
 
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Wie heißt die wichtigste Seglerregel? Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel. - Man sollte dies beachten!
 
 
Nach einiger Zeit und nur mit großer MĂŒhe der herbeigeeilten Rettungsboote, sowie mit viel engagierter Hilfe unserer SaarlĂ€ndischen Freunde konnte das Boot an den nahe liegenden Strand gezogen werden. Die Vorschoterin und der Steuermann wurden zwischenzeitlich trocken gelegt.
 
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Die Retter haben alle HĂ€nde voll zu tun
 
 
Nach kurzer Begutachtung und fast ohne Schaden, wurde das Boot fĂŒr den 2. Wettfahrttag wieder fit gemacht.
„Abgehakt, und dumm gelaufen“ so ein PfĂ€lzer Sprichwort.

Das gute Abendessen, fĂŒr welches die Familie Hansen sorgte, entschĂ€digte uns fĂŒr alles.

Zweiter Wettkampftag: Wer dachte am Sonntag geht es etwas ruhiger zu auf dem See, der wurde beim pĂŒnktlichen Start um 11.00 Uhr eines besseren belehrt. Der Wind frischte wieder auf 3 Beaufort aus Nord-Nordwest auf. Nur die starken Windböen vom 1. Tag, auf die wir gerne verzichteten, fielen aus.

Vierte Wettfahrt:
Zweimal Dreieck, Schleife, Ziel und Sieg und nicht wie immer, Peter Mehs und Heide Harig, sondern die Crew Andreas Berger und Reinhard Harig siegte.
Der heimliche Favorit Kirsch / Fuchs belegte leider nur Platz drei. Damit waren die ersten drei PlÀtze an unsere GÀste vergeben.

Spannend wurde es noch einmal um Platz vier bzw. Platz eins fĂŒr die RLP-Meister-Wertung 2012. Nachdem am 1. Wettkampftag die Crew Kußmann / Dörsam in FĂŒhrung lag, mußte also fĂŒr den amtierenden RLP-Meister unbedingt eine vordere Platzierung her. Nach gelungenem Start und einem Kopf an Kopf Rennen zwischen den beiden Crews gelang es dem RLP-Meister einen guten Vorsprung heraus zu segeln. Kurz vor der Ziellinie passierte dann das Unglaubliche: „Ruderbruch“. Somit war auch der 4. Platz bzw. der 1. Platz fĂŒr die RLP-Meisterschaft vorerst an die Crew Kußmann / Dörsam vergeben. Die Chance fĂŒr eine doch noch erfolgreiche Titelverteidigung besteht bei der Dornfelder-Regatta im Herbst.
 
Alles in allem zwei wunderschöne Segeltage, die mit gutem Essen und hervorragender Wettfahrtleitung, sowie mit guten Regattahelfern am Sonntag gegen 14.00 Uhr zu Ende ging.
Nach der Siegerehrung bei Kaffee und Kuchen konnten unsere auswÀrtigen Freunde mit 3 Siegerpokalen gegen 15.00 Uhr Ihre Heimreise antreten.

Gunter Jung, KCF Frankenthal